Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Nach der osmanischen Herrschaft (1543-1686) wurde Fünfkirchen wieder zu einem katholischen Zentrum. Der jeweilige Bischof war bis 1780 auch Grundherr der Stadt. In dieser Zeit durften Andersgläubige sich hier nicht ansiedeln. 1840 wurde es auch Juden erlaubt, sich in Ungarn frei ansässig zu machen. So zogen israelitische Familien aus den adeligen Landgütern in die Städte. Die Kultusgemeinde wurde offiziell 1841 gegründet. 1840 lebten dort 72 Juden, und im Jahre 1869 vergrößerte sich diese Zahl auf 1.623. 

Die rasch wachsende jüdische Gemeinde von Fünfkirchen baute ihre jetzige, schon zweite, Synagoge zwischen 1865 und 1868 im sogenannten „romantischem Stil“ auf. Die Einweihung fand im Juli 1869 statt. Die Architekten waren Leopold Kauser, Friedrich Feszl und Karl Ferster. In der Synagoge sind im Erdgeschoß etwa 400 Sitzplätze für Männer und auf den zweistöckigen Emporen ebenso viele Plätze für Frauen vorhanden. Die innere Gestaltung weicht von den orthodoxen Vorschriften ab: Im Heiligtum gibt es eine Chorempore. Die Bima (Empore für das Verlesen der Tora) steht vor dem Toraschrein, und es gibt auch eine Orgel. Diese Orgel war das erste Werk des einheimischen Orgelbauers Josef Angster. Das 1869 fertiggestellte Instrument verschaffte ihm einen so guten Ruf, dass seine Fabrik einen raschen Aufstieg erlebte.  Die Synagoge wird auch heute noch als Kultusgebäude genutzt.

Die Fassade der Synagoge.


Die erste Orgel von Josef Angster aus dem Jahre 1869.