Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Die Ortschaft Solomár (später Solymár, deutsch Schaumar) wurde 1266 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Dorfes ist ungarischer Herkunft und bedeutet „Falkner”, verweist also auf einen Ort, an dem die königlichen Falkner lebten. Das Dorf florierte in den folgenden Jahrhunderten und war Sitz eines königlichen Jagdschloss, das 1561 abbrannte. Später stand hier eine Festung, die während der türkischen Eroberung aber gänzlich verwüstet wurde. 

Die ersten neuen Siedler zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren Serben (Reizen). Ihnen folgten die deutschen Siedler etwa ab 1720, die aus dem Schwarzwald und aus der Gegend um Fulda kamen. 1747 hatte Schaumar bereits 550 Einwohner. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf sehr dynamisch. Für die Produkte aus Wein-, Obst, Weizen- und Krautanbau gab es in der nahen Hauptstadt gute Absatzmärkte. 1910 waren von den 3.108 Einwohnern 1.086 Ungarn, 1.983 Deutsche und 25 Slowaken. Von der Konfession her waren fast alle Einwohner römisch-katholischen Glaubens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden am 18. April 1946 insgesamt 1.960 Personen nach Deutschland vertrieben.

Die 1972 gegründete Ortsgeschichtliche Sammlung erinnert an das Leben, an Brauchtum,  Traditionen und Feste der ehemals deutschstämmigen Bevölkerung. In einem Ausstellungsraum befindet sich ein Krämerladen vom Beginn des 20. Jahrhunderts. In einer weiteren Abteilung ist eine alte Schaumarer Apotheke zu sehen, die im Sezessionsstil gestaltet ist. 

In der Nähe des Templom tér (Kirchenplatz) erinnern weitere Sehenswürdigkeiten an die einstige deutschsprachige Bevölkerung:

Ein Gedenkstein zum 300-jährigen Jubiläum der Ansiedlung der Deutschen in Schaumar, der 2010 auf Initiative der „Deutschen Nationalitäten Selbstverwaltung“ errichtet wurde. Seitdem wird an diesem Gedenkstein jedes Jahr am dritten Juni-Sonntag eine Gedenkfeier abgehalten. Sie dient auch dazu, die Identität der verbliebenen deutschstämmigen Bevölkerung zu stärken. Dieser Tag wird auch als „Tag der Schaumarer Tracht“ gefeiert.

Das Mahnmal der Vertriebenen an der hinteren, äußeren Mauer der Kirche. Dies ist ein Werk von Jenő Kovács, das 1996 eingeweiht wurde. Unter dem Relief ist auf zwei Tafeln ein Gebet an die hl. Maria Mutter Gottes zu lesen, in deutscher und ungarischer Sprache.

„Tradition“ heißt eine 2006 fertig gestellte Bronzeskulptur, ebenfalls von Jenő Kovács. Sie stellt ein Ehepaar in alter Schaumarer Tracht deutscher Herkunft dar, das gerade zur heiligen Messe in die Kirche geht.

Die „Trauernder Christus“-Statue: eine spätbarocke Steinstatue, die eine der vielen Milbich-Familien des Ortes 1838 aufstellen ließ. Dieser Familienname war in Schaumar in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der häufigste überhaupt. Die Statue stand ursprünglich in der Nähe der Anna Kapelle. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie auf ihren heutigen Platz verlegt, im Jahr 2000 restauriert und zusätzlich mit einem kleinen Dach versehen.

Gestaltung des Blumenteppichs für das Fronleichnamsfest, um 1940.


LINKS: Gedenkstein zum 300-jährigen Jubiläum der Ansiedlung der Deutschen in Schaumar.

RECHTS: Das 1996 eingeweihte Mahnmal der Vertriebenen.


Schaumarer Tracht um 1935.

Wissenswertes: 

Schaumar – Dr. JablonkayIstván Ortsgeschichtliche Sammlung
Templom tér 2.
Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch 14-18 Uhr,
An den ersten drei Wochenenden im Monat - samstags 10-15 Uhr.
Tel.: +36 (26) 360-275