Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Die schöne Sackgassensiedlung Bakonynána (deutsch: Nannau) liegt im Herzen des Bakony-Gebirges. Die Ortschaft ist nur durch eine Fernstraße von Zirc aus erreichbar, wo sich auch der nächstgelegene Bahnhof befindet. Die Schönheit der umgebenden Landschaft macht das Dorf zum Zielpunkt in einem der beliebtesten Wanderorte der Region. Zahlreiche außergewöhnliche Felsformationen, enge Felsschluchten, kleine Bäche und ein Wasserfall, das sog. „römische Bad“, prägen das Landschaftsbild.

Interessant ist die Herkunft des Ortsnamens: Nana ist ein slawischer Personenname, der zu Beginn des Mittelalters oft verwendet wurde. Im Karpatenbecken gibt es daher mehrere Ortschaften mit dem Namen Nana. Es wird auch alljährlich ein Treffen der Ortschaften mit diesem Namen veranstaltet.

Die ersten detaillierten Aufzeichnungen über Nannau sind in der Zusammenschrift der staatlichen Militärsteuer von 1488 zu finden. 1650 bekam die Familie Zichy als Schenkung zu der Burg von Palota auch die Gebiete von Nannau. Die Gebiete gingen zu Beginn des 18. Jahrhunderts an die Familie Nádasdy.

Die im Jahre 1729 angesiedelten kalvinistischen und katholischen Siedler schlossen 1779 in Pápa mit ihren Grundherren einen Vertrag über die Besteuerung und die Mühlenbenutzung ab. In den folgenden Jahrzehnten kamen immer mehr deutsche Siedler nach Nannau. Schon1761 verfügte Nannau über ein Schäferhaus, eine Brettschneidermühle, eine Kneipe, eine Metzgerei und eine Wassermühle. Die Zahl der Familien im Dorf erhöhte sich laut der Zusammenschrift auf 54.

Ab 1750 ließ Ferenc Nádasdy die Kirche von Nannau errichten. Über die Erbauung der Kirche berichtet ein Dokument, das 1898 in der Wand der Sakristei gefunden wurde. Die zu Ehre der hl. Anna geweihte Kirche wurde von deutschen Siedlern erbaut, der Grundstein wurde von dem Zisterziensermönch Honekker aus Zirc gesegnet.

Das Altarbild stellt die Schutzpatronin der Kirche, die hl. Anna dar. Da sich das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert in schlechtem Zustand befand, wurde ein großer Teil davon abgerissen. So erhielt die Kirche im Jahre 1828 ihre heutige Form und ihren klassizistischen Stil.

Im Hof der Kirche befindet sich der Kreuzweg, dessen Bau im Jahre 1928 zum hundertjährigen Jubiläum der Kirche begonnen wurde.

Die Eröffnung des Kohlebergbaus in der Nachbar-Ortschaft hatte nach 1914 eine bedeutende Rolle für die Entwicklung des Ortes. Etwa bei der Stromversorgung, die bereits ab 1932 funktionierte. Außerdem fanden viele Einwohner im Bergbau Arbeit. Deren Arbeitskraft wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg gebraucht. Dies war einer der Gründe, weshalb 1945 statt der geplanten 107 Familien „nur“ 38 nach Deutschland vertrieben wurden.

Seit 1992 gibt es in Nannau eine 8-klassige Nationalitäten-Grundschule, in der Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtetet wird. Und seit 1999 gibt es einen deutschsprachigen Kindergarten. Die deutsche Minderheiten-Selbstverwaltung ist auch Teil des kulturellen Lebens im Ort. Seit 2001 pflegen Nannau und Jade (Niedersachsen) eine durch die EU angeregte Bürger- und Bildungspartnerschaft.


Das Innere der katholischen hl. Anna Kirche.



Deutsche Einwohner von Nannau um 1930.

Wissenswertes

Die ortsgeschichtliche Sammlung
Alkotmány u. 3, 8422 Bakonynána
Telefonnummer: +36 (06) 88 587 320
Internetadresse/-link: www.bakonynana.hu
Öffnungszeiten: Mo-Fr 8-15:30 Uhr, So, Sa geschlossen.
Der Schlüssel ist im Bürgermeisteramt erhältlich.

Die Sammlung befindet sich im 1998 eröffneten Heimatmuseum im Zentrum des Dorfes. Hier werden die gesammelten Gegenstände des Dorfes in einem nach Zimmern gegliederten Raum dargestellt. Man kann hier u.a. die Einrichtung einer Nannauer Küche und eines Schlafzimmers sehen.