Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
Visitor counter, Heat Map, Conversion tracking, Search Rank

Timişoara/Temeswar (ungarisch Temesvár, serbisch, kroatisch Temišvar) ist die demografische, wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Hauptstadt des Banats. Sie ist nicht nur eine multiethnische Stadt mit einer rumänischsprachigen Mehrheit, sondern auch ein Anziehungspunkt für zahlreiche Neuzuwanderer aus dem In- und Ausland.

Temeswar tauchte erstmals 1212 in Urkunden des ungarischen Königshofs als „Castrum Temesiensis“ auf. Die Stadt wurde in ein Sumpfgebiet gebaut, das langsam trocken gelegt wurde. So war zu Anfang wegen den sich ständig wechselnden Flussläufen nicht eindeutig, an welchem Fluss sich die Stadt befand. Der Stadtname bedeutet im eigentlichen Sinne „Burg“ an der Temesch. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts, als die Sümpfe des Banats vollständig trocken gelegt und das Ackerland urbar gemacht wurde, stellte man fest, dass die Temesch nicht durch Temeswar floss, sondern die Bega.

Die alten Stadtteile von Temeswar sind nach der Eroberung von den Osmanen durch Prinz Eugen von Savoyen am 18. Oktober 1716 entstanden. Einige der Namen gehen auf die frühere Nutzung des Stadtteils zurück, wie die Mehala (türkisch, Vorstadt) oder die Fabrikstadt, in der die Manufakturen angesiedelt waren. Andere Stadtteile oder Häuser wurden nach den Habsburgern benannt, wie die ehemaligen Meierhöfe, die nach der Kaiserin Elisabeth (Sissi) benannt wurden. Die Meierhöfe dienten früher der Versorgung der Stadt.

Temeswar nennt sich gern „Klein-Wien“, aber auch „Stadt der Parks und Rosen“. Für letzteres ist die Gärtnerfamilie Mühle verantwortlich, die im 19. und 20. Jahrhundert durch ihr Wirken Temeswar zu einer grünen und blühenden Stadt gemacht hatten.

Der Bega-Kanal bei Temeswar war früher wirtschaftlich von größter Bedeutung, weil der Kanal über die Theiß zur Donau und nach Mitteleuropa die Fahrt der Getreidefrachter ermöglichte. Mithin trug das Schleusen- und Schifffahrtssystem des Temesch-Begakanals mit zum Ruf des Banats als „Kornkammer der Monarchie“ bei und somit zum Reichtum der Stadt.

Aus einer Volkszählung des Jahres 2002 ging hervor, dass der Großteil der 317.660 Bewohner Temeswars Rumänen sind. Es leben nur noch 2,25Prozent Deutsche in der Stadt.


Die Stadt Temeswar im 19. Jahrhundert.


Die Bega auf dem Stadtgebiet von Temeswar ist ein Kanal, der im 18. Jahrhundert gegraben wurde und der bis in die 1950er Jahre zur Schifffahrt genutzt wurde.