Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Radna mit seiner Basilika Maria-Radna ist ein bedeutender Wallfahrtsort der Banater Katholiken. Sie liegt am rechten Maroschufer, gegenüber von Lipova/Lippa.

Radna ist ein Marien-Wallfahrtsort. Vor allem zu Mariä Himmelfahrt und zu Mariä Geburt pilgern tausende Katholiken zu der Basilika. An diesen Festtagen werden ab Mitternacht Messen in verschiedenen Sprachen gelesen. Die Katholiken des Banats und ihre Priester halten die Messen auf Ungarisch, Deutsch, Rumänisch, Kroatisch, Bulgarisch, Tschechisch und Slowakisch.

Radna gehört zu den zahlreichen Ortschaften auf dem Gebiet des heutigen Rumänien, in deren Bezeichnung das slawische „ruda“ enthalten ist, was so viel wie „Eisen“ bedeutet. Urkundlich wurde die Ortschaft erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Die Kirche und das Franziskanerkloster wurden vermutlich von einem bosnischen Franziskanerorden gegründet, der sich in diesem Teil des Banats niederließ.

Erste schriftliche Zeugnisse über das Wunder von Radna stammen vom Franziskanermönch und Klosterchronist Pater Stefan Novoselic, der im Jahr 1722 von nächtlichen Lichterscheinungen berichtet, für die keine Erklärung gefunden werden konnte. Bereits in dieser Zeit fanden Prozessionen und erste Pilgerzüge nach Maria-Radna statt. Das Gnadenbild der Maria, das heute als Altarbild dient, entstand in dieser Zeit in Italien als Dutzendware. Heute ist kein anderes dieser Heiligenbilder mehr überliefert. Dargestellt ist eine Skapulier-Madonna, gedruckt auf Papier, in einer Größe von 60 x 80 Zentimeter.

Das erste Wunder soll im Jahr 1695 geschehen sein, als die Kirche abbrannte und das Bildnis der Muttergottes unversehrt in der Asche gefunden wurde. Ab dem Jahr 1750 mehrten sich die Wunder Maria-Radnas. Lichterscheinungen, wundersame Krankenheilungen, Rettungen aus Todesgefahr, plötzlicher Kindersegen nach jahrelanger Unfruchtbarkeit und andere Wunder sollen hier geschehen sein. Das bischöfliche Ordinariat Tschanad prüfte das Phänomen eingehend und kam zu dem Entschluss, dass Pilgerfahrten zu dem Gnadenbild und dessen Verehrung stattfinden sollten.

Bis ins Jahr 1945 pilgerten tausende Gläubige nach Maria-Radna, danach schränkten die Kommunisten mit Restriktivmaßnahmen die Möglichkeit zur Pilgerfahrt in die Basilika ein. 1948 wurden die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche per Gesetz aufgelöst und die römisch-katholische Kirche wurde in Rumänien zu einer geduldeten Kirche. Die Pilgertradition wurde jedoch fortgesetzt und nach 1989 erlebten die Pilgerfahrten der Katholiken nach Maria-Radna einen neuen Aufschwung.

Bevor die Pilger die Treppen zur Basilika hinaufsteigen, beten sie vor der Muttergottesstatue am Fuß des Stufenaufgangs in einer Grotte.





LINKS: Maria Radna ist einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Rumänien.

RECHTS: Der heilige Nepomuk war der Schutzheilige des Banats. Die Habsburger ließen etliche Statuen, wie diese aufstellen.


Prozession der Radnaer Mädchen in der Basilika.


Panorama von der Kirche und dem Kloster in Maria-Radna.