Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Magyarpolány/Polan liegt am Fuße des Bakonygebirges in Ungarn. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war das Dorf wegen der Flucht der Einwohner vor den Osmanen fast unbewohnt. Um die Wiederbevölkerung zu betreiben, siedelten die Mönche aus der Zircer Abtei deutsche Auswanderer aus Schlesien und Oberösterreich in Polan an. Die Namen in den Immatrikulationsbüchern weisen darauf hin, dass mit den Deutschen auch Kroaten und Slowaken in das Dorf kamen. Durch Heiraten schmolzen die beiden slawischen Volksgruppen in die deutsche Mehrheit ein. Es entstand sogar ein neuer deutscher Ort - Németpolány/Deutschpolan - , der durch eine Straße von Polan getrennt wurde.

Die Auswanderer waren laut den neuen Verträgen freie Siedler, die nach drei Jahren Steuerfreiheit jährlich zwei Forint Steuer bezahlten und dazu zwölf Tage Fronarbeit leisten mussten. In Polan und Deutschpolan wurden vorwiegend Getreide und Wein, wie der Risling, Tausendgut und Burgunder angebaut.

Trotz ihrer Nähe unterschieden sich die Zwillingsdörfer in ihrer Kultur, Mentalität, Abstammung und Religion. Die Ungarn, die nicht geflohen waren, gehörten dem protestantischen Glauben an, die deutschen Ansiedler jedoch waren Katholiken. Die katholische Kirche wurde schließlich im Grenzgebiet der zwei Dörfer gebaut, um die religiöse Assimilation der Polaner zu den reformierten Ungarn und die sprachlich-nationale Integration der deutschen Siedler zu fördern.

Die heutige katholische Denkmalkirche des Dorfes wurde von der vereinten Zircer und Heinrichauer Abtei zu Ehren des heiligen Ladislaus im 18. Jahrhundert errichtet. Der Kreuzweg mit den Holzfiguren, welche die fünf Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes darstellen, wurde um 1770 gebaut.


Der Pfingstclown wird angezogen.

 



Hochzeit in Deutschpolan.